Sehenswürdigkeiten

1. Schloss Wartenburg

Das ehemalige Rittergut muss als Burgward bereits im 10./11. Jahrhundert entstanden sein.
Im Jahre 1491 belehnt Kurfürst Friedrich der Weise die Gebrüder von List mit dem Rittergut und dem Dorfe.
Anfang des 16. Jahrhunderts wurden bereits 13 Hüfner und 20 Kossäten (später 26 Kossäten), deren Anzahl bis zum Abschluss der Separation im 19. Jahrhundert konstant blieb, aufgeführt, die dem Rittergut Frondienste zu leisten hatten.
Nach 1575 kommt das Rittergut in den Besitz der Apels von Ebeleben.
Mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen bleibt es im Familienbesitz bis 1651.
In jenem Jahr stirbt Hans Christoph von Ebeleben und hinterlässt keinen männlichen Erben.
So kommen die Brüder von Witzleben in den Besitz von Wartenburg.
   

Im Jahre 1748 kaufte Reichsgraf Friedrich Wilhelm von Brühl (1699 – 1760)
 - ein Bruder des berühmten sächsischen Premierministers und Kämmerers
 Graf Heinrich von Brühl (1700 – 1760) –
 das Rittergut und dessen Sohn verkaufte es am 
20. Mai 1769 an Christian Gottlieb von Hohenthal.
Im Besitz der Familie von Hohenthal blieb das Rittergut bis 1945.

Errichtet wurde das heutige Schloss Wartenburg um 1603.
Andere Quellen berichten von 1663.

Mit Erwerb des Rittergutes durch den Grafen von Hohenthal  begannen im Jahre 1769 umfangreiche Umbau- und Erweiterungsarbeiten.
Das Schloss wurde im barocken Stil zu einer kastellförmigen Vierflügelanlage umgebaut. 

Anfang Oktober 1813 war das Schloss Hauptquartier der Verbündeten der Befreiungskriege.
 Unter anderem hielten sich im Schloss Feldmarschall Blücher, die Generäle Gneisenau und Yorck und die Prinz Wilhelm und Friedrich von Preußen auf.

Der Vater des heute noch lebenden Peter von Hohenthal erwarb das Rittergut Wartenburg 1920 von seinem Bruder. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Schloss ein Karree. Im Jahre 1921 wurde die Nordseite, der sogenannte Blüchersaalflügel, weggenommen, um Luft und Licht in den dunklen und feuchten Innenhof zu bringen.

Als 1945 die russischen Truppen vor Wartenburg standen, musste die Grafenfamilie fliehen.
Ende 1946 war die Enteignung abgeschlossen und der Präsident der Provinz Sachsen wurde als Eigentümer eingetragen. Er verfügte, dass die Gärtnerei der Gemeinde übereignet wird.
Im Schloss selbst wurde ein Erziehungsheim eingerichtet, in das im Dezember 1946 aus Eckartsberga die ersten Jugendlichen kamen.
Am 01.01.1947 begann die Arbeit im
Landerziehungsheim Schloss Wartenburg, bei Wittenberg.
Seither bietet das Schloss Wartenburg Kindern und Jugendlichen ein Zuhause.
Seit 1994 wird die Einrichtung  vom Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) betrieben.
   

Aufgrund seiner heutigen Nutzung als Kinderheim ist Schloss Wartenburg keine touristische Einrichtung.
Man kann an das Schloss jedoch herantreten. Für angemeldete Gruppen besteht aber die Möglichkeit einer geführten Besichtigung im kleinen Rahmen.

 

2. Brühlsches Gartenhaus

Im Jahre 1748 kaufte Reichsgraf Friedrich Wilhelm von Brühl (1699 – 1760), ein Bruder des berühmten sächsischen Premierministers und Kämmerers
Graf Heinrich von Brühl (1700 – 1760),
das Rittergut. Er hielt sich nur zeitweilig in Wartenburg auf  und das Gut wurde von einem Verwalter bewirtschaftet.

Im ehemaligen Schlossgarten ließ er ein Gartenhaus, einem Teehaus ähnlich, von dem heute nur noch Fragmente existieren, errichten.
Das Wappen über dem Eingang war verziert mit seinem Namenszug und der Jahreszahl 1748.

Nach 1945 wurde aus dem Schlossgarten eine Gärtnerei, das Gartenhaus wurde zum Heizhaus der beidseitig angeschlossenen Gewächshäuser umfunktioniert und letztendlich dem Verfall preisgegeben.
       
21. Oktober 1753
Friedrich Wilhelm Gr. von Brühl

 
     
Aufnahme um 1960                                             Aufnahme 1990

Die kläglichen Überreste der Eingangsseite wurden in den 90er Jahren geborgen und in zentraler Ortslage gegenüber der Kirche wieder aufgestellt.

 

3. Evangelische Kirche St. Petri  zu Wartenburg

 

Im 13. Jahrhundert soll die erste Wartenburger Kirche errichtet worden sein, die um 1500 von einer Feuersbrunst heimgesucht worden war.
1875 wird die alte Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen und an ihrer Stelle
ein neuer stattlicher gotisierender Backsteinbau errichtet.

Der erst 1727 errichtete Kirchturm mit Achteckaufsatz und Laterne bleibt dabei erhalten (siehe Inschrift auf der Wetterfahne).
Er wird jedoch gründlich inspiziert, renoviert und gesichert in allen baulichen Belangen.
Der Kirchturm gilt als Hauptwerk barocker Sakralarchitektur im Landkreis Wittenberg.

Dieser Turm ist durch die Gnade des Allmächtigen im Jahre 1727 zur Zeit, als Karl VI. Kaiser des Römisch-Deutschen Reiches und Friedrich August König von Polen und Kurfürst von Sachsen war, auf Anordnung der Universität zu Wittenberg  damaliger Kirchenpatronin unter Leitung des damaligen Erb-, Lehn- und Gerichtsherren Heinrich von Witzleben und der beiden Pastoren M. Martin Ziemer und seines Substituten M. Johann Rudolph Grischow, aus dem Kirchenvermögen erbaut worden.
(Auszug aus der Turmeinlage des Jahres 1727)

Die Einweihung des neuen Gotteshauses erfolgte am 21.11.1876 durch den Generalsuperintendenten D. Leopold Schultze.

Der Taufstein mit Muschelschale, die Wappenreliefs und zwei Pastorenbildnisse sind im Inneren
der Kirche Wartenburgs zu besichtigen.

  
Kirche mit Schlosszufahrt um 1935

Weiterhin existiert in der Kirche eine mittelalterliche Bronzeglocke mit Reliefs (Vogelpredigt des Heiligen Franziskus) aus dem 13. oder 14. Jahrhunderts. Weitere Besonderheiten im Inneren der Kirche sind eine Hufeisenempore und die neugotische Ausstattung aus dem  19. Jahrhundert.

 

4. Denkmal der Schlacht bei Wartenburg

In der mehr als 800jährigen Geschichte Wartenburgs gibt es einige Kapitel, die sich nachhaltig in das Gedächtnis seiner Bewohner eingeprägt haben.
Dazu gehört zweifellos das Jahr 1813.
Die ganze Wucht der Befreiungskriege brach mit all ihren Folgeerscheinungen über das Elbauendorf herein. Was damals als großes Unglück über die Bewohner des Ortes kam, wird heutzutage als kulturhistorisches Ereignis gewürdigt und dabei seiner Bedeutung für die Befreiung von der napoleonischen Fremdherrschaft gedacht.

Eine Gedenkfeier im größeren Rahmen fand in Wartenburg erstmals am 03.10.1863, 50 Jahre nach der Schlacht, statt.
Damals konnte man noch Veteranen von 1813 begrüßen, in deren Anwesenheit ein, nach einem Schinkel-Entwurf gestaltetes Denkmal, zu Ehren der in der Schlacht bei Wartenburg gefallenen Soldaten, enthüllt wurde.
 Dazu erschien eine von dem Wartenburger Lehrer Rudolf Dietlein verfasste Festschrift.

Anfang der 60iger Jahre wurde das Schinkel-Denkmal, das zu diesem Zeitpunkt sehr stark beschädigt ist, abgebrochen.

Seinen Platz nimmt seitdem ein von dem Wartenburger Künstler Erich Viehweger entworfener Gedenkstein ein, der im Oktober 1963 aus Anlass des 150. Jahrestages der Schlacht eingeweiht wurde.

Von der ehemaligen Schinkel-Säule blieb nur das
„Eiserne Kreuz“
erhalten, das am 17.3.2007, im Rahmen eines LEADER-Projektes im Wartenburger „Yorck-Garten“,
in unmittelbarer Nachbarschaft zum Yorck-Denkmal,
wieder aufgestellt wurde.

 

Der rostige Gesamteindruck wirkt auf den ersten Blick sicherlich abschreckend. In der Tat, es sieht wirklich nicht „schön“ aus, soll es auch nicht.
Es soll uns schließlich an eine Zeit erinnern, die weder ruhm- noch glanzvoll, sondern vielmehr von großem menschlichen Leid und Elend geprägt war. In diesem Zusammenhang ein „schönes Denkmal“ hinzustellen, wäre wohl arg verfehlt und entspräche nicht unserem Anliegen.
Unsere Sicht auf die Dinge von damals ist schließlich eine andere, als die der Menschen von vor 100 oder 150 Jahren, als kriegerische Erinnerungsstätten ganz nebenbei noch eine bestimmte Funktion erfüllten und die Leute mental „auf ein nächstes Mal“ vorbereiten sollten.
Für uns steht vielmehr die Tragik jener Epoche im Mittelpunkt.
Wir denken, dass das Bauwerk in seiner kantigen und „rostikalen“ Ausführung diesen unseren Leitgedanken zum Ausdruck bringt und mit seiner Beziehungsvielfalt zu weiteren Assoziationen anregen kann.
(Der Vorstand des Förderkreises 1813 Wartenburg e. V., Dezember 2006)

 

5. Yorck-Denkmal

Am 03.10.1913 wurde zum 100. Jahrestag der Schlacht bei Wartenburg
ein Denkmal zu Ehren von
Generalfeldmarschall Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg
(* 26. September 1759 in Potsdam; † 4. Oktober 1830 auf Gut Klein-Öls)
eingeweiht.
Das Denkmal steht im „Yorck-Garten“, in direkter Nähe des Eisernen Kreuzes und des Denkmals „1813“.

Den Auftrag zur Gestaltung des Denkmales hatte der Bildhauer Hans Arnoldt erhalten.
Er hatte unter anderem das Kaiser-Friedrich-Denkmal geschaffen, das einst vor der Wittenberger Schlosskirche stand.
Hans Arnoldt verstarb jedoch kurze Zeit nach Vertragsunterzeichnung. Das Werk wurde fortgesetzt und zum Abschluss gebracht von S. Wernekinck, einem Kollegen des Künstlers.
Die Finanzierung des Yorck-Denkmals (3.250,- Mark) erfolgte über Spenden.

Am 21. Juli 1913 erfolgte die Grundsteinlegung des Denkmals, nach umfangreichen Aufschüttungen für den Yorckgarten.
Die Fundamentierungsarbeiten wurden vom Bauunternehmer E. Künast ausgeführt.

 

6. Denkmal der Toten des 1. Weltkrieges

Am 03. Oktober 1925 wurde das Denkmal für die Opfer des 1. Weltkrieges offiziell eingeweiht.
Es erinnert an die 55 Wartenburger Bürger, die in den Schützengräben ihr Leben verloren deren Namen auf dem Denkmal eingemeißelt sind.

Das Denkmal ist aus grünlichem Main-Sandstein gefertigt.
Im Jahre 2003 konnte der Gedenkstein, auch dank vieler Spenden Wartenburger Bürger, restauriert werden

In der Kirche ist eine Gedenktafel für die Gefallenen des II. Weltkrieges  aufgestellt.

 

 

7. Diorama zur Schlacht bei Wartenburg

 

Die im Mehrzweckgebäude, direkt am „Yorck-Garten“ befindliche Ausstellung gibt Auskunft über die Ereignisse um unseren Heimatort im Herbst 1813, als der Kampf gegen die napoleonischen Fremdherrscher in die entscheidende Phase trat.

Da Wartenburg am Elbe-Knick, gegenüber Elster und in der Nähe der Mündung der Schwarzen Elster in die Elbe liegt, war es bereits häufiger strategisch bedeutsam für Elbquerungen in den
kriegerischen Auseinandersetzungen des 18. und 19. Jahrhunderts.

Der bekannteste ist der Elbübergang der schlesischen Armee mit der nachfolgenden Schlacht bei Wartenburg im Herbst 1813.
Es war eine wichtige Vorschlacht vor der Leipziger Völkerschlacht, so dass der Spruch „ohne Wartenburg kein Leipzig“ entstand.

Anschaulich dargestellt sind diese Ereignisse im Mittelpunkt der Ausstellung, dem Diorama „Elbübergang der Schlesischen Armee bei Elster“. Es zeigt die historische Situation des 3. Oktober 1813 um die Mittagszeit.

Auf einer Grundplatte von ca. 4 m² agieren ca. 350 Zinnfiguren. In über 1000 Stunden haben 4 Mitglieder des Förderkreis 1813 Wartenburg e. V.
mehr als 9 Monate an der Gestaltung gearbeitet.